Die 31. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Objektive Hermeneutik e. V. findet am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, Universität Innsbruck, Österreich, statt. Die Tagung wird vom Institut für pädagogische Diagnostik IPD der Erziehungshilfe gGmbH in Siegburg und dem Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck in Kooperation organisiert. 

Tagungsort: Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung PsyKo, Schöpfstrasse 3, 6020 Innsbruck

Zeit: Samstag und Sonntag, 18./19. September 2021  

 

Call for Papers:

Ende des Calls: 31. Juli – die Einreichenden erhalten am 3. August Bescheid.
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Zur Analyse wenig erprobter Daten

Die Jahrestagung soll wie jedes Jahr vorrangig dem fachwissenschaftlichen Austausch zur Diskussion offener Methodenprobleme sowie laufender Forschungsarbeiten dienen. Anlässlich einer Kooperation des Instituts für pädagogische Diagnostik IPD der Erziehungshilfe gGmbH in Siegburg sowie des Instituts für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung bezüglich der Ausrichtung dieser Jahrestagung in Innsbruck (A) laden wir schwerpunktmäßig dazu ein, Schwierigkeiten mit der methodischen Auswertung noch weniger erprobter Daten zur Diskussion zu bringen. Beide ausrichtende Institute beschäftigen sich mit der objektiv-hermeneutischen Analyse von Kinderzeichnungen, das Institut für pädagogische Diagnostik mit praktischen Zielen der Jugendhilfe, das Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck vor allem mit grundlagentheoretischen Interessen.

Wir möchten Kolleginnen und Kollegen ermutigen, die sich beispielsweise mit Internet-, Video-, Musik-, Ton- oder Filmmaterialien, Diagrammen, Kinderzeichnungen oder anderen ungewöhnlicheren Datentypen befassen, ihre Erfahrungen und offene Methodenfragen auf der diesjährigen Jahrestagung mitzuteilen. Doch auch Analysen von Gegenständen, die nur mit einem besonderen Aufwand datenförmig erschlossen werden können und daher eher selten Gegenstand objektiv-hermeneutischer Forschung geworden sind, sollen diskutiert werden können. Dazu gehören beispielweise Traumberichte, Manifestationen psychischer Extremlagen oder von Psychopathologien.

In der Methodologie der Objektiven Hermeneutik wurde von Beginn an darauf hingewiesen, dass die sprachliche Ausdruckssphäre nur eine unter vielen möglichen sei, aus denen man Objektivationen als Grundlage für eine Analyse sozialer Handlungen beziehen könne. Dennoch scheinen viele Forscherinnen und Forscher vor solchen Daten zurückzuschrecken, die nicht bereits in ihrer Entstehung sprachlicher Art sind. Auch gibt es immer wieder Vorbehalte, das Verfahren der Objektiven Hermeneutik auf nichtsprachliche Texte anzuwenden.

Dem wollen wir mit dem Themenschwerpunkt entgegentreten und an die lange Tradition und Praktik der Sequenzanalyse nicht-sprachlicher Texte anknüpfen. Wie sieht die neuere Forschungspraxis aus, zumal auch andere sozialwissenschaftliche Methoden sich vermehrt um Methodik bezüglich der Auswertung nichtsprachlicher Daten anschließend an den ‚iconic turn‘ bemühten und forciert Daten aus dem so bedeutenden Bereich der digitalen Kommunikation die Sozialforscherin, den Sozialforscher locken? Diesbezüglich ein Zustandsbild zu erhalten, streben wir an

Wie immer ist die Jahrestagung auch Ort der möglichen Diskussion laufender Forschungen, weshalb ein „freier Teil“ garantiert bleibt.

 Kontakt zur Tagungsorganisation: Prof.in Dr.in phil. Claudia Scheid