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34. Tagung (2024, Frankfurt) mit einem Schwerpunkt auf der Analyse von Kunstwerken

Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Objektive Hermeneutik e.V.

Veranstaltungszeit: Samstag, der 28. und Sonntag, der 29. September 2024

Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Gebäude Casinogebäude Raum 1.812 

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Call for abstracts

Die Arbeitstagung der AGOH bietet jährlich Gelegenheit, Fallanalysen und (Teil-)Ergebnisse aus aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten vorzustellen und dabei Fragen zur Methodik und Methodenanwendung in den Mittelpunkt zu stellen. Es sind Beiträge zu allen Gegenstandsfeldern und Datentypen der sozialen Welt willkommen, die einen Bezug zu Methodik oder Methodologie der Objektiven Hermeneutik herstellen. Die Tagung stellt, traditionellerweise, im Vergleich zu anderen Tagungsformaten großzügige Zeitfenster für Vorträge/Präsentationen und anschließende Aussprachen/Diskussionen zur Verfügung. Sie gliedert sich auch in diesem Jahr, wie bereits 2023, in einen thematisch gebundenen und einen themenoffenen Teil.

Der thematische Focus der 34. Arbeitstagung liegt auf hermeneutischen Untersuchungen von Kunstwerken, zeitgenössischen oder älteren, wobei alle Gattungen, Genres, Medien Beachtung finden können. Gefragt sind Beiträge, die den Sinn der ästhetischen Gebilde durch Analysen von deren konkreten Formen und Strukturen – also durch Forschung „am Material“ – erschließen und aufzeigen, welche Rolle derartige Werkanalysen in Kontexten soziologischer Erforschung anderer Gegenstände (Epochen, Gesellschaften, Generationen, Milieus, Beziehungsformen, Biographien etc.) spielen können.

Eine zentrale objekttheoretische Annahme ist hier, dass die Autonomie der Kunst auf der ästhetischen Autonomie des Werks beruht. Das meint in etwa: Etwas in der „erstarrten Lebendigkeit“ des Kunstwerks springt uns an, verwickelt uns in eine Wahrnehmungspraxis, provoziert unsere Deutungen. Was immer dies ist, es manifestiert sich in einer eigenen Ausdruckssprache, die zur Alltagsregelwelt im Kontrast steht, und unterliegt eigenen Kriterien des Gelingens (die unserer Erfahrung jedoch nicht vorgeschrieben sind, sondern erst nachträglich durch diese gefasst werden können). – Dieser Werkbegriff, der im Paradigma bzw. in der Methodenschule der Objektiven Hermeneutik durch Kunstwerkanalysen vielfach empirisch unterfüttert worden ist, soll durch die Ausrichtung der Tagung wieder aktualisiert, überprüft, konkretisiert werden.

Damit besteht eine gewisse Opposition zu anderen kunstsoziologischen Ansätzen, die sich z.B. über die Analyse des Kunst- und Kulturbetriebs oder über die Beschreibung künstlerischer Praktiken definieren. Es wäre indes ein willkommener Effekt der Tagung, wenn die Gegenüberstellung einer von „Werken“ ausgehenden Kunstsoziologie und einer Sichtweise, die primär künstlerische bzw. kulturelle „Praktiken“ in den Blick nimmt, auch theoretisch neu verhandelt werden könnte. Die Objektive Hermeneutik erscheint deshalb besonders geeignet, zu solch einer Diskussion Beiträge zu leisten, weil auch „Praktiken“ für sie empirisch zugänglich werden allein vermittelt über Handlungsprotokolle – in welchen quasi Ablaufgestalten sich manifestieren, so dass methodisch eine Abgleichbarkeit mit Werkstrukturen gegeben sein kann.

Für den themenoffenen Teil möchte die AG insbesondere Personen zu Vorträgen/Präsentationen einladen, die sich selbst dem „wissenschaftlichen Nachwuchs“ zurechnen würden. Es besteht seitens AGOH-Vorstand und Tagungsorganisationsteam der Wunsch, dass der Charakter der Arbeitstagung mit der besonderen Möglichkeit, auch noch nicht abgeschlossene Arbeiten bzw. (objektiv-hermeneutische) Analysen vorzustellen und zu besprechen, Forscher*innen in den Anfängen ihrer Laufbahn anspricht und von diesen genutzt wird. In der Zeitplanung sind für jeden Beitrag ca. 45-60 Min. für Vortrag/Präsentation und ca. 15-30 Min. für die anschließende Aussprache (Diskussion, ggf. gemeinsame Auswertung) vorgesehen.

Bitte reichen Sie Ihren Vorschlag für einen Vortrag oder eine Präsentation (Abstract als PDF im Umfang von ca. 200 Wörtern) bis zum 15.7.2024 ein unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Betreff: AGOH Tagung 2024. Tagungsorganisation: Bertram Ritter (Siegburg), Johannes Twardella (Frankfurt)